- Rechtliche Volljährigkeit bedeutet z. B. eigene Finanzverantwortung oder eigenständige Entscheidungen treffen müssen.
- Wird man erst als erwachsene Person diagnostiziert, kann das bedeuten, dass bisherige Unterstützungen wegfallen oder neu organisiert werden müssen.
- Neue Lebensphasen bringen Veränderungen in Routine, Umfeld und Anforderungen – dies kann Stress oder Überforderung verstärken.
- Als Tipp: Suchen Sie sich rechtzeitig Unterstützung und lassen Sie sich helfen. Passende Inhalte:
Autist:innen sprechen immer wieder an, dass eine gewisse Anstrengung mit einzelnen lebenspraktischen Fertigkeiten über ihre ganze Lebensspanne hinweg besteht. Mit dem Erwachsenwerden geht neben der Ablösung vom Elternhaus auch die Erwartung der zunehmenden Selbstständigkeit einher. Die Ansprüche rund um Selbstversorgung nehmen zu. Mit der Auseinandersetzung eigener Bedürfnisse, können Pläne für die Zukunft entstehen und realisiert werden. Dabei scheint es hilfreich, sich vorgängig zu überlegen, welche Kompetenzen zu welchem Zeitpunkt vorhanden sein müssen, um diese bei Bedarf schrittweise einüben zu können.
- Zeit- und Aufgabenplanung sowie Termin-Management müssen bewältigt werden.
- Soziale und kommunikative Kompetenzen: Eigene Bedürfnisse äussern, Grenzen setzen, Kommunikation im Alltag.
- Minimalismus & Struktur als Strategien für den Alltag können helfen. Ebenfalls der Aufbau eines Unterstützerkreises: Spitex, Coaching, Hilfsorganisationen und Beratungsstelle.
- Ernährung und Selbstfürsorge sollten berücksichtigt werden. Man kann sich fragen, ob Einkauf, Zubereitung von Speisen, etc. selbst bewältigt werden können oder ob man Hilfsangebote nutzen möchte, um sich den Alltag zu erleichtern.
- Umgang mit Bürokratie & Behörden: Steuererklärung, Rechnungen bezahlen, Monatsbudget.
- Als Tipp: Es kann unterstützend wirken, wenn man gewisse Aufgaben an andere Personen abgibt oder sich Hilfe holt: Bauen Sie sich ein Unterstützungskreis auf!
Es gibt keine Wohnform, die für alle autistischen Menschen geeignet ist. Jede Wohnform bietet Vor- und Nachteile. Bei der Entscheidungsfindung, welche davon geeignet ist, sollten die Wünsche, Bedürfnisse, Stärken und der Unterstützungsbedarf der betreffenden Person im Mittelpunkt stehen.
- Der Übergang sollte individuell erfolgen. Einige berichten von positiven Erfahrungen mit schrittweisen Übergängen (z. B. Probewohnen, kurze Aufenthalte, aufbauende Übernahme von Verantwortung).
- Die Familie sollte möglichst früh in die Planung einbezogen werden und ihre Rolle nach und nach verändern – von der Hauptunterstützung hin zu einer begleitenden Rolle.
- Mögliche Wohnformen: Von (teil-)betreutem Wohnen bis zum eigenständigen Haushalt mit oder ohne Unterstützung wie (Spitex, Assistenz, etc.) ist alles möglich.
Das Zusammenleben mit anderen Personen kann zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen:
- z. B. Kommunikation mit Mitbewohnenden, Fachpersonen, Hausverwaltung
- Konflikte managen, Lösungen finden und Kompromisse eingehen
- Einhalten von (Haus-)Regeln
- Verständnis unausgesprochener sozialer Erwartungen
- Balance zwischen eigenen Bedürfnissen und Gegebenheiten des Umfelds
Was kann helfen?
- Eigene Bedürfnisse und Kompetenzen kennen und Möglichkeiten eruieren, Kompromissbereitschaft erforschen
- klare Absprachen treffen
- transparente Regeln einfordern
- Kommunikationsformen finden und eindeutige Sprache wählen
- Unterstützung und Hilfe annehmen durch autismuskompetente Begleitung
Freizeitaktivitäten sind wichtig für Wohlbefinden, Stressabbau und Lebensqualität. Jedoch bleibt die soziale Teilhabe im Erwachsenenleben für Menschen mit ASS oft eingeschränkt.
- soziale Kontakte benötigen oft viel Energie und können durch Missverständnisse oder Reizüberflutung belastend sein. Mehr dazu: Autismusgerechte Anlässe von autismus schweiz
- Je nach Kanton gibt es spezielle Angebote für gemeinsame Aktivitäten oder Austauschrunden (z. B. procap, Volkshochschule plus, Plussport, etc.)
- Online-Kommunikation als Ergänzung: Für manche ein guter Einstieg, aber oft nicht die alleinige Lösung.
Menschen im Autismus-Spektrum haben besondere Stärken, z. B. in den Bereichen Genauigkeit, Ausdauer, Spezialinteressen oder strukturiertes Denken. Entscheidend ist, dass Rahmenbedingungen, Verständnis und Unterstützung zu den individuellen Bedürfnissen passen und das Hilfsangebot von jeder Person selbständig mitbestimmt werden sollte.
- Oft müssen Routinen und Alltagsstrategien an die neuen Anforderungen angepasst werden. Dazu gibt es verschiedenste Hilfsmittel wie assistierende digitale Technologien oder Therapie- und Coachingformen.
- Mit dem Übergang ins Erwachsenenalter geht auch ein Wechsel im medizinischen Bereich einher. Allenfalls muss ein neuer Hausarzt gefunden werden oder ein Therapeutenwechsel ist nötig. Häufig entsteht dann eine Lücke, da es mühsam sein kann neue und vertrauensvolle Ansprechpersonen zu finden. Hier finden Sie Adressen.
