- Häufigkeit von körperlichen Beschwerden variiert (z. B. Herz-Kreislauf-Probleme, Immunsystem-Belastungen).
- Altersbedingte Veränderungen können sich anders auswirken als bei nicht-autistischen Menschen.
- Es können zusätzlich mentale Belastungen wie Angst, Depression und Einsamkeit auftreten.
Wichtig: Diese Probleme bedeuten nicht automatisch, dass jede:r autistische Senior:in betroffen ist. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass gewisse Beschwerden häufiger auftreten als im allgemeinen Bevölkerungsdurchschnitt. Mehr dazu (autismusspektrum.info)
Viele heutige Senior:innen im Autismus-Spektrum hatten früher keine Diagnose oder erhielten sie verspätet. Falls noch keine Diagnose vorhanden ist, kann es auch im fortgeschrittenen Alter sinnvoll sein, eine Abklärung durchzuführen.
Vorteile einer Diagnose:
- Zugang zu passenden Unterstützungsangeboten und individuellen Hilfeleistungen
- Zugang zu Fachwissen und Netzwerken
- Mehr Verständnis für eigene Erfahrungen
- Ermöglicht Aufklärung des Umfelds über persönliche Wahrnehmung und Bedürfnisse
- Verringert Missverständnisse
ACHTUNG
Warum kommt es bei der Vergabe einer Diagnose im Alter zu Verwechslungen zum Beispiel mit Demenz?
Bei älteren Menschen ohne frühere Autismusdiagnose können Fachpersonen bestimmte Verhaltensweisen zunächst als Anzeichen einer Demenz interpretieren.
| Autismus | mögliche Fehlinterpretation |
| Schwierigkeiten im sozialen Gespräch | Sozialer Rückzug durch Demenz |
| Langsame Informationsverarbeitung | Kognitive Verlangsamung |
| Starre Routinen | Mangelnde geistige Flexibilität |
| Sensorische Überforderung | Verwirrtheit |
| Monotone Sprache | Neurologische Erkrankung |
| Schwierigkeiten mit Veränderungen | Kognitive Einschränkung |
Ideen, wie ältere autistische Menschen unterstützt werden können:
- angepasste Wohnformen mit Rückzugsräumen
- Aufbau oder Erhalt von Routinen und Struktur im Alltag nach individuellen Bedürfnissen
- Erhalt der Lebensqualität durch passende soziale und Freizeitangebote, die Interessen stärken
- Gesundheits-Checks, welche die Autismus-Spezifika berücksichtigen
- Stärkung der Selbstfürsorge (z. B. Bewegung, Ernährung, interessenbezogene Aktivitäten) und ein routinierter Tagesablauf können Wohlbefinden und Lebensqualität verbessern.
- Viele ältere Menschen im Autismus-Spektrum berichten von sozialer Isolation.
- Immer wieder stossen ältere Menschen auf Unverständnis im Gesundheitswesen.
- Es fehlt an altersspezifischen Angeboten und passgenauen Wohn- und Hilfsangeboten.
- Es gibt kaum Forschung und Literatur zum Thema Autismus und Alter.
Vertiefungsmöglichkeiten
| Buch | Christiane Arens-Wiebel: Erwachsene mit Autismus begleiten. Ein Praxisbuch für Eltern und Fachkräfte |
| Anlaufstellen | Viele Gemeinden haben Anlaufstellen für Menschen im Alter. Beispielsweise in Zürich: Fachstelle Zürich im Alter. Auch Pro Senectute berät. Beratungsstelle von autismus schweiz |
| Vortrag | Handout zum Vortrag (PDF) |
