Frühförderung bei Autismus hilft, Besonderheiten früh zu erkennen und gezielt zu unterstützen. So werden Überforderung und Ängste verringert und Grundlagen für Lernen, Selbstständigkeit und Teilhabe gelegt.
Titel: Die Zeit vor der Schule als Schlüsselphase der Entwicklung
- Anzeichen für Autismus können bereits im frühen Kindesalter sichtbar werden
- Frühförderung kann die Entwicklung positiv beeinflussen, vor allem in den ersten Lebensjahren mit hoher neuronaler Plastizität
- Gezielte Förderung stärkt langfristig Kommunikation, Verhalten und soziale Fähigkeiten
Zwei Beispiele für intensive Frühförderung im Bereich Autismus sind:
GSR. Zentrum für Gehör, Sprache und Kommunikation
- GSR bietet eine einjährige Intensivbehandlung für vorschulische Kinder mit ASS an.
- Die Förderung erfolgt einzeln und in kleinen Gruppen und nutzt Autismus spezifische Konzepte sowie unterstützte, visualisierte Kommunikation.
Verhaltenstherapeutisches Frühangebot – Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (PUK)
- FIVTI ist eine wissenschaftlich geprüfte Therapie für Kinder mit Autismus.
- Sie fördert Spiel, Kontakt, Kommunikation und wichtige Alltagsfertigkeiten.
- Eltern erhalten praktische Tipps zur Entlastung im Alltag.
Weitere Informationen bez. Frühinterventionen
Kinder mit Autismus stehen in der Zeit vor Schulbeginn oft vor besonderen Herausforderungen, die ihre Entwicklung und den Alltag beeinflussen. Auffälligkeiten zeigen sich in folgenden Bereichen:
- Schwierigkeiten mit sozialen Regeln
- Auffällige Interaktion (z. B. Mimik, Gestik, Blickkontakt)
- Sensorische Überempfindlichkeit (z. B. Geräusche, Berührungen)
- Ungewöhnliche Sprachentwicklung
- Starkes Bedürfnis nach Routinen
- Stereotype Verhaltensmuster
- Besonderes Spielverhalten (z. B. Detailfokus oder repetitives Spiel)
Frühe Erkennung von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) ist weltweit von grosser Bedeutung. Dieses Instrument unterstützt Angehörige zu Hause sowie Fachpersonen in Spielgruppen, Kita oder Früherziehung dabei, früh zu erkennen, wenn ein Kind sich anders entwickelt als erwartet – also Verhaltensauffälligkeiten zeigt, die später auf eine ASS-Diagnose hinweisen könnten.
Was hilft Kindern mit Autismus in der in der Zeit vor Schulbeginn?
Neben spezifischen Therapien kann eine frühzeitige und gezielte Unterstützung entscheidend dazu beitragen, dass Kinder mit Autismus ihre Fähigkeiten entfalten. Dies hilft ihnen, sich in ihrem Alltag besser zurechtzufinden und positive Erfahrungen zu machen.
Folgendes ist zu beachten:
- Geduld aufbringen
- Eine vorausschauende Gestaltung mit visuellen Hilfen, wie Handlungs- oder Zeitpläne können Ängste reduzieren und nötige Orientierung geben (z.B.: Zeichnungen, Symbole, Bilder)
- Ein strukturierter Tagesablauf mit Erholungsphasen sowie wiederholbare Rituale bringen Sicherheit und schaffen Orientierung
- Ruhige und reizreduzierte «Zonen» schaffen, wo sich Betroffene zurückziehen können
Material
Metacom ist ein Bildsymbol-System für Unterstützte Kommunikation mit vielen klaren Symbolen. Je nach Entwicklungsstand und Verständnis ist dies ein Beispiel für Symbole, welche Menschen, die wenig oder nicht sprechen, insbesondere in Kita, Schule, Therapie und bei Autismus oder anderen Beeinträchtigungen, beim Verstehen und Sich-Mitteilen unterstützen können.
Auffällige Sprache ist ein zentrales Merkmal bei Autismus. Oft zeigt sich eine altersuntypische oder eingeschränkte Sprachentwicklung, manchmal bleibt Sprache ganz aus. Typische Merkmale sind Echolalie, Pronomina-Verwechslung (ich/du), Schwierigkeiten mit Ja/Nein-Antworten und das Erfinden neuer Wörter.
- Unterstützte Kommunikation (z. B. PECS, Gebärden, Activ Communication)
- Förderung gemeinsamer Aufmerksamkeit und sozialer Fähigkeiten (z. B. durch Zeigegesten, Blickkontakt)
- Geduldige Begleitung durch Bezugspersonen beim Aufbau interaktiver Fähigkeiten
Material
Active Communication ist für viele Menschen im Autismus-Spektrum eine wichtige Ansprechstelle für Unterstützte Kommunikation und technische Hilfsmittel. Die Firma bietet z.B. Kommunikationshilfen (Talker, Apps, Augensteuerung), Lernhilfen und Umfeldsteuerungen an, die nichtsprechenden oder wenig sprechenden Autist:innen mehr Selbstbestimmung, Teilhabe und Verständigung im Alltag ermöglichen. Hier
PECS steht für „Picture Exchange Communication System“ und ist eine Methode der Unterstützten Kommunikation mit Bildkarten. Es hilft vor allem Kindern und Erwachsenen mit Autismus oder wenig Sprache, selbst aktiv mitzuteilen, was sie brauchen oder wollen, indem sie Bilder gezielt austauschen. Hier
Früherkennung und Frühdiagnostik von Autismus profitieren von einer bewussten, gut abgestimmten Zusammenarbeit aller Beteiligten – folgende Hinweise können Angehörige und Fachpersonen dabei unterstützen.
- Frühzeitige Entwicklungsdiagnostik ist essenziell
- Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Fachstellen, Therapeut:innen und Sonderpädagog:innen
- Eltern sollten aktiv in Förderplanung einbezogen werden.
- Geduld, Akzeptanz, Verständnis und klare Kommunikation sind zentrale Werte
Mehr Informationen
Bei einer Autismus-Spektrum-Störung können in der Schweiz je nach Situation verschiedene Leistungen der IV beantragt werden, etwa Frühinterventionen, medizinische Massnahmen oder Hilfen für Ausbildung und Alltag. Entscheidend sind eine anerkannte Diagnose, der Einfluss auf die Entwicklung bzw. Erwerbsfähigkeit und eine sorgfältige Abklärung der individuellen Bedürfnisse.

